IISH

Initiativgruppe P.P. Zahl (Frankfurt am Main) Archives

Period  1977-1980
Total size   0.08 m.
Consultation Not restricted

History

German action group; originated in the second half of the 1970s; tried to reopen the case of Peter-Paul Zahl, who was sentenced to fifteen years imprisonment for wounding a police-officer in a gunfight in 1972; Zahl (born in Freiburg, Germany 1944) had settled in West-Berlin to escape military service; he was a member of the Neue Linke and Gruppe 61; started the Publishing-House Peter Paul Zahl in 1967, issuing the literary journal Spartacus and the series p.p. quadrat; sentenced to a half year term because of the publication of the pamphlet Freiheit für alle Gefangenen in 1970; during his second imprisonment Zahl published several novels, poems and essays and in 1980 he was awarded the literary prize of the city of Bremen for his novel `Die Glücklichen'; in the same year he was transferred to the prison in Berlin-Tegel, where he was allowed to work at the Schaubühne in Berlin; released in 1982; emigrated to Jamaica 1985.

Content

Signature lists, demanding the reopening of the case and the release of Peter-Paul Zahl; correspondence by Lutz Eisel and Heinrich Hannover, the lawyers of Zahl, with the judicial authorities; a diary, letters and other texts, written by Zahl in prison 1977-1980.

Processing information

List made by Sibille Zours in 2000

Einleitung

Peter-Paul Zahl, geboren 1944 in Freiburg, geht nach Beendigung seiner Druckerlehre im Rheinland als Wehrdienstverweigerer nach Berlin und engagiert sich dort in der Neuen Linken. 1966 wird er Mitglied in der Gruppe 61.

1967 gründet er in Berlin den Verlag Peter Paul Zahl und verlegt dort u.a. die Literaturzeitschrift "Spartacus", "zwerg-schul-ergänzungsheft", sowie die Reihe "p.p.quadrat". 1970 wird Peter-Paul Zahl aufgrund des Plakates "Freiheit für alle Gefangenen" zu einem halben Jahr Freiheitsstrafe verurteilt. Ende 1972 kommt es bei einer Personenkontrolle zu einem Schußwechsel zwischen Peter-Paul Zahl und zwei Polizisten, wobei einer der Polizisten sowie Peter-Paul Zahl angeschossen werden. 1974 wird Peter-Paul Zahl dafür zu vier Jahren, 1976 bei einem Revisionsverfahren durch die Staatsanwaltschaft zu insgesamt fünfzehn Jahren Haft verurteilt.

Daraufhin gründet sich die Initiativgruppe Peter Paul Zahl, die Dokumentationen über den Fall Peter-Paul Zahl heraus gibt und sich für die Wiederaufnahme des Strafprozesses einsetzt. Aus der Haft heraus veröffentlicht Zahl mehrere Romane, Aufsätze, Essays und Gedichte und erhält Anfang 1980 für seinen Roman Die Glücklichen den Literaturförderpreis der freien Hansestadt Bremen. Noch im gleichen Jahr wird Peter-Paul Zahl nach langjährigen Wunsch hin aus der JVA Werl in die JVA Tegel/Berlin verlegt und fängt dort bald als Freigänger ein Volontariat bei der Schaubühne Berlin an. 1982 wird Peter-Paul Zahl nach zehn Jahren Haft entlassen. Nach einigen Reisen, u.a. nach Spanien, Italien und in die Karibik geht Peter-Paul Zahl 1985 nach Jamaika, wo er heute noch lebt und schreibt.

Das Archiv wurde erhalten von der Initiativgruppe Peter-Paul Zahl und enthält Material der Initiativgruppe, Vorbereitungen zur Unterschriftenkampagne, Unterstützungsbekundungen und Unterschriftenlisten, Briefwechsel zwischen den Peter-Paul Zahl-Anwälten Lutz Eisel/Heinrich Hannover und den Justizbehörden sowie viele Briefe und Texte, die Peter-Paul Zahl aus der JVA Werl und später aus der JVA Tegel schrieb.

Liste

1
Briefe und Texte von Peter-Paul Zahl aus dem Knast, Knasttagebuch, persönlicher Briefwechsel mit der Initiativgruppe Peter-Paul Zahl, Rede zur Verleihung des Literaturförderpreises der freien Hansestadt Bremen, Briefe an die JVA.   1977-1980.  1 Umschlag.
2
Briefwechsel zwischen Peter-Paul Zahl-Anwälten Lutz Eisel/Heinrich Hannover und den Justizbehörden sowie der Initiativgruppe Peter-Paul Zahl.   1977-1980.  1 Umschlag.
3
Mitteilungen und Briefe der Initiativgruppe Peter-Paul Zahl, Text von Sebastian Cobler, Presseartikel.   1977-1980.  1 Umschlag.
4
Kontaktabzüge: Peter-Paul Zahl bei der Verleihung des Literaturförderpreises der Freien Hansestadt Bremen.   26. Januar 1980.  1 Umschlag.
5
Briefe an die Initiativgruppe Peter-Paul Zahl, Bestellungen für die Broschüre In Sachen PPZ .   1980.  1 Umschlag.
6
Vorbereitungsmaterial zur Unterschriftenkampagne für die Wiederaufnahme des Strafprozesses gegen Peter-Paul Zahl.   Januar 1980.  1 Umschlag.
7-9
Briefe und Unterschriftenlisten von Unterstützern der Kampagne für die Wiederaufnahme des Strafprozesses gegen Peter-Paul Zahl.   1980.  3 Umschläge.

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