Medienkontrollrat der Deutschen Demokratischen Republik Archives
Period
(1984-) 1990
(1991)
Total size
1.12
m.
Consultation
Not restricted
History
The Medienkontrollrat of the German Democratic Republic was founded February 1990 after the collapse of the Berlin Wall in November 1989. The Medienkontrollrat was a follow-up of the Round Table talkings. The Medienkontrollrat had about fifty members and was independent of the State. After the decision to reunite West and East Germany the Medienkontrollrat lost its reason of existence. The last meeting took place in September 1990.
Content
Minutes of the meetings of the Medienkontrollrat 1990, correspondence 1990, documents regarding the reshaping of the media landscape (radio, television, newspapers and publishing houses) in the German Democratic Republic 1990, press clippings 1989-1990.
Processing information
List made by Bouwe Hijma
EINLEITUNG
Schon am 21. Dezember 1989
konstituierte sich "eine etwa 50köpfige
"Mediengesetzgebungskommission" (MGK), der Vertreter der Exekutive,
aller am "Runden Tisch" vertretenen Parteien und Gruppierungen, der
Kirchen, Berufsverbänden, Medien sowie eine Reihe unabhängiger Experten
angehören, praktisch ein `Runder Medientisch'". "Vor dem Hintergrund
unaufschiebbarer praktischer Fragen einigte sich die Kommission darauf, als
Übergangslösung zunächst Grundsätze für die Meinungs-, Informations- und
Medienfreiheit auszuarbeiten und der Volkskammer zur Beschlußfassung
vorzulegen".
Der Medienkontrollrat (MKR), geschaffen "auf der
Grundlage des Volkskammer-Beschlusses über die Meinungs-, Informations- und
Medienfreiheit vom 5. Februar 1990", konstituierte sich am 13. Februar
1990 als "eines externen, vom Staat unabhängigen und unter dem Einfluß der
gesellschaftlich relevanten Kräfte und Richtungen stehenden Organs". Der
Medienkontrollrat wurde untergebracht bei dem Presse- und Informationsdienst
der Regierung der DDR und unterlag dem im Frühling 1990 neu gegründeten
Ministerium für Medienpolitik der DDR. Andreas Graf war der Geschäftsführer des
Medienkontrollrates.
Der Medienkontrollrat beschäftigte sich mit der
Reform der DDR-Rundfunkanstalten (Hörfunk und Fernsehen). Der Medienkontrollrat
hatte die Aufgabe die Umwandlung dieser ehemals staatlichen Einrichtungen in
öffentlich-rechtliche Anstalten zu ergreifen und weiter zu begleiten. Der
Medienkontrollrat verstand sich als "eine moralisch-appellative Instanz
einzig der Aufgabe verpflichtet, die Meinungsvielfalt und Auswahlfreiheit für
den mündigen Bürger vor erneuter Vermachtung ebenso zu schützen wie vor
deformierender Vermarktung".
Als "unabhängiger und
überparteilicher Teil eines öffentlichen Gewissens in einer sich
demokratisierenden Gesellschaft hat der Rat sich bemüht, ein öffentliches
Problembewußtsein für die Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit in den
zukünftigen Ländern des Bundes zu wecken".
Nachdem die Entscheidungen
führend zur deutschen Wiedervereinigung getroffen waren, war die Rolle des
Medienkontrollrates zu Ende gespielt. Die letzte Medienkontrollratssitzung fand
statt am 19. September 1990. Die Einleitung ist großenteils basiert auf Inv.
Nr. 43 und auf der "Erklärung" bei dem Ergebnisprotokoll der letzten
Medienkontrollratsitzung am 19. September 1990 (Inv. Nr. 2).
Das Archiv
wurde 1997 am Internationalen Institut für Sozialgeschichte (IISG) in Amsterdam
übergeben.
Das Archivs hat einen Umfang von 1.12 Meter.