Sammlung: Prospekte linker Verlage
Das ID-Archiv hat im Laufe der Jahre verschiedene Prospekte von progressiven Verlagen aus dem deutschsprachigen Ländern gesammelt. In der Regel handelt es sich um eher kleine Verlage. Kennzeichnend für diese Verlage ist meistens eine wechselhafte Geschichte und ein kurzweiliges Bestehen. Ankündigungen von Büchern oder Buchprojekten sind häufig unsicher und es ist keine Seltenheit, dass ausgewiesene Publikationen überhaupt nicht erschienen.
Das ID-Archiv hat für den Begriff "progressiver linker Verlag" keine Definition. Die Auswahl richtet sich weitestgehend nach der Praxis, also Titel und somit auch Verlage, die vom linken Spektrum nachgefragt wurden. Dies ist aber auch auf Distributeure von anderen Medienarten als die Buchproduktion anzuwenden. Deshalb sind in der Kollektion auch Schallplatten-, Video- und Audio-Auslieferungen oder Verlage vertreten. Man könnte sich genüsslich streiten, ob kleine Versandadressen, überhaupt unter dem Begriff Verlag zuzuordnen sind. Aber unsere Devise war auch diesmal Vielfalt und laßt viele Blumen blühen.
Gleichwohl handelt es sich bei diesem PR-Instrument der Verlage um zeitgeschichtlich aussagekräftige Quellen. In den Prospekten lässt sich vielfach Intention und Umfeld der Projekte rekonstruieren, der Zeitgeist ist sozusagen als Fingerprint sichtbar. Gewöhnlich tauchen diese Art von Veröffentlichungen nicht in den traditionellen Akquisitionsbemühungen der Bibliotheksfachreferenten auf. Deshalb gibt es auch keinen Ort, an dem man zum Beispiel zentral Verlagsprospekte oder Kataloge nachschlagen oder einsehen könnte. Für die kleinen linken Verlage gilt dies umso mehr. Wir haben aus den verschiedensten Quellen eine kleine, aber ansehnliche Sammlung aufbauen können, die natürlich unvollständig sein muß. Aber vielleicht gelingt es uns in den kommenden Jahren, diese Sammlung mit anderen Verlagsdokumenten zu erweitern.
Die Sammlung umfaßt zur Zeit etwa 1.300 Verlagsprojekte. Es handelt sich vorwiegend um kleinere Verlage, Gruppen und Herausgeber aus dem deutschsprachigen linken Spektrum der letzten 30 Jahre. Die Sammlung ist frei zugänglich.