Textarchiv
Das sogenannte "Textarchiv" entstand Mitte der 70er Jahre beim Frankfurter "Informationsdienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten" kurz ID genannt. Als Wochenzeitung verfügte der ID über kein Redaktionsarchiv. Es wurden nur authentische Berichte der "Betroffenen" abgedruckt.
In der Praxis stellte sich allerdings heraus, daß man gleichwohl Recherche-Quellen benötigte. Da die bürgerlichen Agenturen viel zu teuer waren und das redaktionelle Konzept zudem gerade "Gegenöffentlichkeit" propagierte, kam ein herkömmliches Redaktionsarchiv nicht in Frage. Als Lösung bot sich deshalb an, alles was im tagtäglichen Postkorb landete, einfach ins nun so genannte TEXTARCHIV zu stoppen. Die Papiere wurden nach und nach geordnet, mit einer Systematik erschlossen.
Als der ID 1981 sein Erscheinen einstellte, entschlossen wir uns in Frankfurt diesen Papierberg als Archiv zu betrachten und führten ihn als "ID-Textarchiv" weiter. Nun wurden systematisch Ausschnitte aus den Alternativzeitschriften hinzugefügt. In Amsterdam wurde dieses Textarchiv von bürgerlichen Zeitungsausschnitten "befreit" und wird nun seit Ende der 80er Jahre weitergeführt.
Was findet man im Textarchiv?
Vor allem Flugblätter, Zeitungsausschnitte der A-Presse, Referate und Selbstdarstellungen von Projekten. Das Textarchiv ist eher eine Wundertüte, in die eigentlich alles, was sonst nicht zu klassifizieren war, hineingelangte. Die Beliebigkeit und das Chaos folgen dem "Prinzip der serendipity". Insofern ist die Überraschung manchmal groß.